65plus103 / Brauchtum-Mythos-Aberglaube

29. Dezember 2018

Brauchtum, Myhtos, Volksglaube oder Aberglaube?
weihnachtsbaum, weihnacht

Zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen
darf keine Wäsche gewaschen werden!
Und schon ist es bei mir passiert!
Ich habe es erst nach der letzten Wäsche in einem Fernsehbericht gehört.
Erst hat MANN darüber gespottet ….
und keine Stunde später hängt der Haussegen schief!


Ist da was dran und was ist die Bedeutung?


Nichtstun und Besinnlich sein
„Wäsche durfte nicht gewaschen werden,
damit sich die Geister nicht in den Laken fingen und
diese dann als Totenhemden nutzen“,
so Pagalies. Überhaupt durfte wenig getan werden:
Backen, Spinnen, Putzen, alles musste vor den zwölf Nächten abgeschlossen sein.
Das Haus musste in Ordnung sein, die Hausfrau an den Tagen ruhen.
So erklären sich auch langhaltende Backwaren wie der Weihnachtsstollen,
der vor den Festtagen zubereitet wurde und sich über die ganzen Tage hielt.“

Wichtig auch:
Vor Weihnachten mussten die Schulden beglichen sein,
sonst winkte Unglück.
Zudem durften in manchen Gegenden Frauen und
Mädchen in den Nächten nicht nach draußen gehen,
weil es die wilde Jagd besonders auf sie abgesehen hätte.
Doch ob Frau oder Mann:
Wer der wilden Jagd begegnete,
galt dem Tod geweiht, erklärt Pagalies.
Statt sich draußen umherzutreiben,
blieb man also sicherheitshalber zuhause und besann sich.

Die Zeit „zwischen den Jahren“
„Die Zeit zwischen den Jahren ist eine Zeit des
Wechsel und des Wandels, eine Übergangszeit.
In aller Ruhe schaut man schaut auf Vergangenes zurück,
schließt ab und macht sich bereit für neue Ziele und Wege.“

Das alte Jahr ist vorbei, das neue hat noch nicht begonnen.
Das erklärt auch die Redewendung
„zwischen den Jahren“
für die Spanne zwischen Heiligabend und Drei Könige.

Was sind die Rauhnächte?
Die Rauhnächte beginnen mit der Nacht auf den
ersten Weihnachtstag und enden mit der
Nacht auf Drei Könige, am 6. Januar.


Ursprünglich hießen sie Rauchnächte,
da Häuser und Ställe mit Kräutern geräuchert wurden,
um so Dämonen und böse Geister zu vertreiben.

„Weitere Namen für die Rauhnächte sind auch Raub-,
Zwölf-, heilige oder schwarze Nächte.

Als Losnächte haben sie zudem schicksalhafte Bedeutung“,
erklärt Isabel Pagalies.
Die Kulturanthropologin aus Göttingen hat sich intensiv mit
Volksglauben und Brauchtum beschäftigt.


„Es sind zumeist zwölf Nächte und jede
einzelne soll als eine Art Omen für das kommende Jahr stehen.
Die erste Rauhnacht also für den Januar und so weiter“, sagt Pagalies.
Daher soll man in dieser Zeit besonders auf seine
Träume, Gefühle sowie auf das Wetter, Erlebnisse und Nachrichten achten.

Die Anzahl der Rauhnächte variiert jedoch nach Gegend:
Von drei bis zwölf Nächte können sie dauern.
In einigen Gegenden wird zudem die Wintersonnenwende,
also die längste Nacht des Jahres, hinzugezählt.


Nun da bin ich mal gespannt, wie sich 2019 entwickelt?

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