ÜBER mich

Warum der Blog – Generation50plus-wgs – ?

Schon seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit neuen Wohnformen für unsere Zukunft. Und die Zeit rast gerade so in das kommende Jahr 2019.

Jetzt bin ich 64 Jahre, mein Mann 68 Jahre und leben an der Weinstraße (da lässt es sich gut leben :)) ), haben einen großen Bekannten- und Freundeskreis.
Über die Zukunft denke ich schon lange nach und damit bin ich eigentlich auch schon alleine. Die meisten wollen sich noch keine Gedanken machen, das Alter ist noch so weit entfernt und dazu gehörte auch mein Mann, den ich allerdings die letzte Zeit wohl überzeugt habe.


Wenn man sich Gedanken über neue Wohnformen macht erfährt man doch dass man nicht alleine ist. Es gibt Menschen die auch diesen Weg gehen.
Für mich stellt sich die Frage, wie und wo will ich eigentlich in Zukunft leben?

– SENIORENGERECHT (alles auf einer Ebene und ohne Treppen erreichbar)
– MITEINANDER, gemeinsam nicht einsam (in einer abgeschlossene Wohneinheit)
– ZENTRAL gelegen (Tägl. Bedarf, Öffentl. Verkehrsmittel, Apotheken, Arzt)

Für mich kommt nur eine kleine, individuelle Gemeinschaft in Frage. Am liebsten in einem älteren Gebäude mit Charme und in einer abgeschlossenen Wohnung für jeden. Einen Aufenthaltsraum / Küche etc. zum gemeinsamen Kochen, Musizieren oder einfach bei Bedarf zum Austausch.

Ich möchte kein MehrgenerationenWohnen. Mein Wunsch ist es in aller Ruhe meinen Hobbys und Vorlieben nachzugehen. Eventuell mit der Möglichkeit sich handwerklich oder gärtnerisch zu betätigen.
Nachbarschaftliche Hilfe und Respekt sind für mich wichtig. Sich nicht alleine zu fühlen und bei Bedarf der Hilfe für einander da zu sein.

Schwierigkeit Nr. 1
– Menschen die man noch gar nicht kennt – Näher kennenzulernen
– Es sollten schon ähnliche Interessen bestehen.
– Wie ist das Objekt zu finden?
– Wie wir es finanzierbar?
– Und wie funktioniert das Miteinander?

Es gibt natürlich viele Menschen, die sich eine neue Wohnform mit viel Eigenkapital nicht leisten können und daher auf Wohn- oder Hausgemeinschaften zur Miete angewiesen sind. Hier besteht die Möglichkeit, über diese Seite, mit gleichgesinnten Menschen in Kontakt zu treten und das geeignete Zuhause zu finden.


Ein kleines Beispiel wie ich auf keinen Fall leben möchte – hier ein Leben aus dem Bürgerspital


Mein Mutter ist im 95. Lebensjahr, gehörlos und sonst noch ganz fit, macht sie das Altersheim unsicher :)) Sie sucht Gespräche, hat noch Wünsche und Sehnsüchte, wie es ein alter Mensch eben auch noch haben kann. Und wenn ich mir die Geschichten meiner Vorfahren ansehe, muss ich nicht lange überlegen, wie alt ich werden könnte!
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir meine Mutter vor fast 3 Jahren ins Bürgerspital bringen mussten.


Es war ein Notfall, sie hatte einen Schlaganfall mit eingeschränktem Sichtfeld und kam nach dem Krankenhausaufenthalt in das Alten- und Pflegeheim St. Maria in Bad Dürkheim. Dort  erlebte ich auf grausame Weise, wie man innerhalb von ca. 2 Wochen einen Menschen, der auf dem Weg zur Genesung war,  zu einem hilflosen Wrack machen konnte.
Als Tochter in der Nähe setzte ich mich mit dem Bürgerspital in Wachenheim in Verbindung. Sie ermöglichten ihr auf die Schnelle erst einmal ein Doppelzimmer zu belegen. Ohne Erinnerung, im Rollstuhl sitzend, schlafend am Tisch, dachten alle, sie schafft es nicht! Aber Dank der Pflegekräfte und allen Anderen konnte sie an Weihnachten schon wieder alleine am Tisch sitzen, Weihnachtslieder
– soweit das ein gehörloser, von den Lippen ablesender Mensch kann – auch mitsingen, Plätzchen backen und was alles noch im Spital angeboten wurde miterleben.

Nun lebt sie schon ein paar Jahre in diesem Spital, vermisst immer noch ihre eigenen 4 Wände, sagt jeden Tag, „Das hätte ich noch alles alleine gekonnt“. Aber leider waren doch Grenzen gesetzt, es musste sich jemand kümmern und das war in der Vergangenheit viele, viele Jahre lang – ich!

So werde ich nun fast jeden Tag auf´s  Neue mit dieser Wohnsituation im Bürgerspital konfrontiert.

Alle Menschen, ob geistig noch voll da, im Rollstuhl sitzend oder auch die Demenzkanken und geistig Behinderte, sitzen alle im gleichen Speiseraum, auf ihren gewohnten Plätzen, leben alle auf der gleichen Etage. Diese Situation ist natürlich für Bewohner die geistig noch voll da sind, nicht sehr erfreulich. Meine Mutter möchte sich gerne noch austauschen. Es bestehen aber nicht viele Möglichkeiten, da sie umgeben ist von Menschen, die in ihrer eigenen Welt leben. Und das ist natürlich eine Situation, die ich nicht erleben möchte. Daher beschäftige ich mich natürlich intensiv mit der Frage des „Wohnen im Alter“. * Es muss eine andere Möglichkeit geben oder man muss sie noch finden *
Mit einem Betreutem Wohnen könnte ich mich noch anfreunden, aber man muss es sich auch leisten können. Und wer kann das schon! Und ein Altersheim, solange ich mich noch alleine (?) versorgen kann, ein totales NoGo!

Daher muss man mit Gleichgesinnten nach neuen Wohnformen suchen. Es wird sicher kein einfacher Weg, aber es gibt eine Vielzahl von Ü60 Menschen, die auch nach neuen Lösungen suchen.
So habe ich Anzeigen in Zeitungen aufgegeben und etliche Zuschriften bekommen. Nun gilt es sich kennenzulernen, sich auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu finden. Man ist nicht allein.


Vielleicht kommt dann doch alles anders als gedacht, aber dann habe ich vielleicht möglicherweise  meinen Beitrag dazu geleistet und mancher kann von Erfahrungen oder Tipps profitieren.